12021Mai

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“          Apg 5:29

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

die wachsende Gemeinde in Jerusalem wird für die sadduzäische Priesterelite zunehmend zu einem Dorn im Auge. Allerdings traut sie sich zunächst nicht, die neue Bewegung zu attackieren. Zu beliebt sind die Jesusgläubigen durch ihr soziales Engagement.

Deshalb versuchen es die Tempeloberen zunächst mit Worten. Sie fordern die Jünger auf, die öffentlichen Auftritte zu unterlassen, drohen mit Verhaftung und Prügelstrafe. Petrus und Johannes kontern mit einem Lebensmotto, das es in sich hat: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“

Ich bin beeindruckt von Petrus, der den Befehl Jesu, allen Menschen von ihm zu erzählen, über die Befehle seiner Regierung stellt. Und das, ob-wohl ihm dadurch eine schwere Strafe angedroht wird. Wir alle hätten möglicherweise nie etwas von Jesus gehört, wenn Petrus und die anderen Jünger hier eingeknickt wären.

Ich bin fasziniert und erschrocken zugleich, wenn ich in den Nachrichten von Open Doors von Glaubensgeschwistern in muslimischen Ländern lese, die ihren Glauben an Jesus Christus bezeugen und dabei um ihre Gesundheit und ihr Leben fürchten müssen.

Peinlich berührt bin ich, wenn ich von Leuten lese, die in diesen Tagen auf die Straße gehen und gegen die Einschränkung der Menschenrechte demonstrieren und sich dabei auch noch mit jemand wie Sophie Scholl vergleichen, deren Stimme während der Naziherrschaft auf bestialische Weise zum Verstummen gebracht wurde.

Dankbar bin ich für die Möglichkeit, dass wir Christen nach wie vor Präsenzgottesdienste feiern können. Trotz Abstand und Mundschutz erleben wir Gottes Nähe und ermutigende Gemeinschaft.

Und selbst wenn wir das nicht können, gibt es so viele Gelegenheiten, gute Predigten und Vorträge zu hören, uns durch vom Heiligen Geist inspirierte Lieder auf Youtube ansprechen zu lassen.

Ich staune, wie viele Gemeinden ihre technischen Möglichkeiten nutzen, um ihre Gottesdienste im Netz zu streamen, Radiogottesdienste machen und ihre Hauskreise per Zoom oder Skype durchführen.

Kein Mensch kann uns daran hindern, von Jesus zu reden. Auch nicht in der Corona-Krise. Im Gegenteil. Diese Krise birgt die Chance, ganz neue Kanäle zu entdecken, um unsere Mitmenschen mit der Nachricht von der Liebe Gottes zu allen Menschen zu erreichen.


Euer Viktor Petkau