12020Mrz

Jesus Christus spricht: „Wachet!“ – Markus 13:37

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

zusammen mit seinen Jüngern war Jesus im Tempel. Und während sie das Kidrontal durchqueren und den Ölberg hinaufsteigen, wirkt das Erlebte noch sehr stark nach: „Diese Steine!“, sagen die Jünger staunend. „Diese imposanten Bauten!“ Die riesigen, tonnenschweren Quadersteine aus weißem Marmor, mit denen der Tempel errichtet worden war, müssen wirklich beeindruckend gewesen sein.

Doch Jesus entgegnet: „Nicht ein Stein wird auf dem anderen bleiben!“ Für die Jünger klingt das nach dem Ende der Welt. Erschrocken fragen sie: „Wann wird das passieren? Und welche Zeichen gehen dem voraus?“ Auf diese Fragen antwortet Jesus mit seiner Endzeitrede. Er spricht über die unmittelbare Zukunft und die Zerstörung des Tempels durch die Römer. Er schaut aber noch viel weiter. In die Zeit, in der er, der erhöhte Menschensohn zum Weltgericht wiederkommen wird. Und er warnt seine Jünger und ruft sie zu Wachsamkeit auf. Wachsamkeit vor falschen Führern, die sie in die Irre leiten und verführen wollen. Wachsamkeit, im Glauben fest zu bleiben. Auch wir wüssten gern mehr über die Zukunft: Was kommt auf uns zu? Wann wird es passieren? Wird Jesus bald wiederkommen? Wie können wir uns vorbereiten? Jesus beantwortet unsere Fragen. Doch diese Antworten klingen rätselhaft, lassen uns mit neuen Fragen zurück. Jesus scheint es aber weniger um Antworten zu gehen, als darum, dass wir in der richtigen Haltung leben. Dreimal in diesen wenigen Versen hören wir seine Aufforderung: „Seid wachsam!“Jesus überrascht uns mit der Aussage, dass weder die Engel im Himmel und nicht einmal, er, der Sohn Gottes, den Tag oder die Stunde kennt, die der Vater für seine Wiederkunft bestimmt hat. Wenn also sogar Jesus sich dafür entscheidet, Gott nicht in die Karten zu schauen und ihm die Zukunft zu überlassen, dann können auch wir damit leben, nicht alles zu wissen und trotzdem zu vertrauen.

Mit einem kurzen Gleichnis (Verse 34-37) vertieft Jesus diesen Gedanken. Die Knechte haben zweierlei von ihrem Herrn anvertraut bekommen: Autorität und den Auftrag, wachsam zu sein. Zu wissen, wann ihr Herr wiederkommt – das muss nicht ihre Sorge sein.Von dieser Sorge befreit können wir uns ganz auf den Auftrag konzentrieren, den Jesus Christus uns gegeben hat: Mit wachsamen Sinnen leben – für unseren Herrn!

Euer Viktor Petkau