32019Mrz
Jesus Christus spricht: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis
an der Welt Ende.“ – Matthäus 28:20
Liebe Geschwister, liebe Freunde,
es war einmal ein armes, altes Ehepaar, es lebte in einem kleinen Haus
am Rande der Stadt. Eines Abends klopfte es an die Tür. Ein fremder
Wanderer bat um Herberge. Und auch wenn die Leute kaum etwas im
Haus hatten, ließen sie ihn herein, teilten das kümmerliche Abendbrot mit
ihm und ließen ihn in ihrem Haus übernachten. Am nächsten Morgen gab
sich der Fremde als Gott, der Herr, zu erkennen. Und bevor er weiterzog,
belohnte er den Großmut des Ehepaares mit so viel Gold, dass
sie nie wieder in Armut leben mussten.
Dieses Märchen ist nur eines von vielen. Es ist entstanden aus einer ge-
wissen Ahnung heraus, dass es einmal eine Zeit gab, in der Gott den
Menschen so nahe war, dass sie hautnah Gemeinschaft mit ihm pflegen
konnten.
Am Anfang unserer Bibel wird uns von dieser Zeit erzählt. Die beiden er-
sten Menschen lebten in einem paradiesischen Garten. Und Gott begeg-
nete ihnen am Abend, um sich mit ihnen zu unterhalten. Das muss groß-
artig gewesen sein.
Leider war es nicht von langer Dauer. Die Menschen misstrauten Gott
und brachen die Gemeinschaft zu ihm ab. Sie wurden aus dem Garten,
in dem sie mit Gott leben konnten, hinausgetrieben.
Es begann ein dunkles Kapitel. Unsere Geschichtsschreibung berichtet
davon. Ohne Gott verstrickten wir Menschen uns immer mehr in Schuld
und entfernten uns immer mehr voneinander. Und auch von Gott.
Doch Gott suchte und fand einen Weg zu uns. In Jesus Christus wurde
er ein Mensch. Durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz öffnete er
uns einen Weg, wieder mit ihm zusammen zu sein.
„Ich bin bei euch alle Tage!“, verspricht Jesus. Und wenn Jesus bei uns
ist, dann ist auch Gott bei uns, wo auch immer wir sind. Dann sind wir
nicht mehr allein. Nie wieder einsam. Dann ist das Märchen Wirklichkeit
geworden. Dann lebt Gott mitten unter uns. Dann liegt es an uns, dass
wir ihn nicht wahrnehmen. So wie das Ehepaar in dem Märchen.
Gott ist also bei uns. Aber woran merken wir das? Wo können wir ihn
sehen? Wie können wir ihn spüren?
Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da
bin ich mitten unter ihnen.“ Und: „Was ihr einem dieser Geringsten getan
habt, das habt ihr mir getan.“
So bekommt unser Zusammensein einen ganz neuen Sinn. Es wird zu
einem Raum, in dem sich Gott offenbart. So dass wir mit jeder Begegnung
und jedem Händedruck spüren dürfen: Gott ist bei uns. Jeden Tag.
Euer Viktor Petkau