12021Jan

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

viele Menschen stolpern mit dieser bangen Frage in das neue Jahr. Mit dem alten Jahr und der Coronakrise im Rücken fragen sie sich, was die Zukunft bringen wird: Wird es wieder besser werden? Wird der Impfstoff für alle reichen? Wird er wirken? Wird er Nebenwirkungen haben?

Diese Fragen treiben auch mich um. Und ich denke, dass es euch ähnlich geht. David kannte wohl ganz ähnliche Fragen. Es tat ihm gut, sie zu stellen, ohne sofort auf alles eine Antwort zu bekommen. Doch als glaubender Mensch schaut er beim Stellen seiner Frage nach oben, auf der Suche nach einem Licht.

Ich muss an eine Geschichte denken, in der ein kleines Mädchen im Wohnzimmer des Elternhauses vor dem großen Fenster steht und nach draußen starrt. Seine Mutter wundert sich, ist da draußen doch nichts zu sehen. Und außerdem kann ihre Tochter da draußen auch gar nichts sehen, denn sie ist blind.

„Schätzchen, was suchst du denn?“, fragt die Mutter.

Das blinde Mädchen antwortet: „Ich suche die Sonne.“

In diesem kurzen Satz ist die tiefste Sehnsucht des Menschen nach Licht zusammengefasst. Alles lebendige streckt sich dem Licht entgegen. Oh-ne die Sonne gibt es kein Leben. Und die Sonne und das Licht wird hier zu einer schönen Metapher, die deutlich macht, dass wir Menschen nach Liebe und Freude und Sinn suchen.

Zusammen mit David wissen wir glaubenden Menschen, dass unsere Sehnsucht nach Licht und Wahrheit das Verlangen nach Gott und seiner Liebe ist. Doch wir sind blind. Wir leben im Dunkeln. Wir können Gott nicht sehen. Wie blinde Kinder stehen wir vor dem Fenster und suchen die Sonne.

Doch die Sonne ist da. Wenn sie durch die Wolken bricht, kann das blinde Mädchen sie zwar nicht sehen. Spüren kann es sie aber sehr wohl. Die Wärme auf der Haut ist dann ein deutliches Zeichen dafür, dass sie die Sonne gefunden hat.

Auch Gott lässt sich von uns finden. Deshalb beten wir mit David zusammen: „Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“

Unser Herr Jesus wird dieses Gebet erhören. Er sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, braucht nicht im Dunkeln umherzuirren, denn er wird das Licht haben, dass zum Leben führt“ (Joh 8:12).

Das Angesicht Gottes leuchtet über dir. Sieh hoch zu ihm und fasse wie-der neuen Mut. Vieles ist gerade schwierig, aber Gott verlässt uns nicht.


Euer Viktor Petkau