12020Mai

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

vier Jungen spielten an einem See. Mitten in ihrem übermütigen Spiel fällt einer von ihnen ins Wasser. Er droht zu ertrinken. Aber der größte Junge von den Vieren kann seinen Freund schließlich aus dem Wasser ziehen und retten .Als sie später alle gefragt werden, was sie getan haben, sagt der erste: „Ich bin unglücklich ins Wasser gefallen!“ Der zweite antwortet: „Ich habe ihn wieder herausgezogen!“ Der dritte Junge sagt: „Ich habe den größeren Jungen festgehalten, damit er bei der Rettung nicht auch noch ins Wasser rutschte!“ Und der Kleinste schließlich sagt: „Ich habe laut geschrien!“

Alle vier Personen kommen in einer Gemeinde vor: Einer fällt in eine Not, Schwierigkeit oder Schuld. Es ist müßig, sich darüber zu unterhalten, wie das geschehen konnte. Er muss herausgezogen werden. Da ist der Starke, der seine Kräfte einsetzt, zupackt und hilft. Da ist der andere, der im Hintergrund steht und durch seine Gebete und Ermutigung dem Tätigen beisteht. Und schließlich ist noch einer da, der einfach schreit, wenn irgendwo Not oder Elend geschieht, damit andere darauf aufmerksam werden.

In der Gemeinde halten alle zusammen.So erlebe ich das in diesen Tagen. Die Corona-Krise schafft es nicht, uns auseinanderzubringen. Auch wenn wir uns nicht treffen können, bleiben wir verbunden durch Telefon und Brief und durch das Internet. Gottes guter Geist lenkt und leitet uns spürbar. Erinnert uns daran, dass wir für eine Schwester beten oder einen Bruder anrufen sollten. Dazu kommt eine hohe Bereitschaft von vielen, praktische Hilfe anzubieten, sollte sich die Lage verschlimmern. Jede und jeder setzt sich ein mit der Gabe, die Gott ihm geschenkt hat.

Das macht mich dankbar und zuversichtlich, dass unser Herr uns durch die Krise führen wird. Das lässt mich hoffen, dass unsere Gemeinschaft an der Krise wachsen wird. Der Gemeindebrief, den ihr in Händen haltet, sieht aus wie immer. Mit unseren Geburtstagskindern, an die wir wieder besonders denken. Und auch mit den Veranstaltungen und Terminen, von denen wir jetzt nur un-ter Vorbehalt sagen können, dass sie stattfinden werden. In der festen Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen grüße ich euch herzlich!

Euer Viktor Petkau