12017Sep

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

von Fjodor Dostojewski gibt es folgende Geschichte:

Es war einmal eine Frau, die war böse, sehr böse und starb. Sie hinterließ nicht eine einzige Spur einer guten Tat. Sie wurde von den Teufeln ergriffen und in den Feuersee geworfen.

Aber ihr Schutzengel stand da und dachte darüber nach: Könnte ich mich nur dessen erinnern, dass sie irgendetwas Gutes getan hat, so dass ich es Gott sagen könnte.

Es fiel ihm etwas ein, und er sprach zu Gott: „Sie hat in ihrem Gemüsegarten eine kleine Zwiebelpflanze ausgerissen und sie einer Bettlerin geschenkt.“

Und Gott antwortete ihm: „Nimm diese kleine Zwiebelpflanze und reiche sie ihr zum See hinab, die mag sie anpacken und sich daran herausziehen. Und wenn du sie aus dem See herauszuziehen vermagst, so mag sie ins Paradies eingehen. Wenn aber das Zwiebelkraut abreißt, so soll die Frau bleiben, wo sie sich jetzt befindet.“

Der Engel lief zu der Frau, reichte ihr die kleine Zwiebelpflanze hin und sagte: „Da, Frau, fass an und zieh dich daran heraus!“

Und er fing an, sie vorsichtig an sich heranzuziehen. Und beinahe hätte er sie herausgezogen. Aber als die übrigen Sünder in dem See sahen, dass man jene herauszog, da hängten sich alle an sie, damit sie zugleich mit ihr herausgezogen würden.

Die Frau aber wurde böse und begann mit den Füßen nach ihnen zu treten. „Ich soll herausgezogen werden und nicht ihr, es ist mein Zwiebelchen und nicht eures!“

Sowie sie das ausgesprochen hatte, riss das Zwiebelkraut ab. Die Frau fiel in den See zurück, und da brennt sie bis auf den heutigen Tag. Der Engel aber fing an zu weinen und ging fort.

Im Gegensatz dazu hat die Geschichte, die Jesus erzählt, ein Happy End. Das verlorene Schaf wird gefunden und der Himmel freut sich mit. Die verlorene Münze wird gefunden und die Engel freuen sich mit. Der verlorene Sohn kehrt ins Vaterhaus zurück und sein älterer Bruder kann sich nicht darüber freuen?

Das Herz Gottes schlägt für die Verlorenen. Für Menschen, die sich von ihm abgewandt haben und nichts mehr von ihm wissen wollen. Auch für die, die viele böse Dinge getan haben. Gott sucht sie und gibt alles, um sie zu finden und zu retten, sogar sein Leben.

Euer Viktor Petkau