292017Dez
„Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen,
dass du es tust.“ – 5. Mose 30:14
Liebe Geschwister, liebe Freunde,
Mose macht uns Mut, die Gebote Gottes kennenzulernen. Gott hat sie längst
offenbart, wir müssen also weder in den Weltraum fliegen, um auf anderen
Planeten nach ihnen zu suchen noch sonst wo auf dieser Welt – sie sind da,
schwarz auf weiß, wollen gelesen und befolgt werden.
Diese einfache Wahrheit übersehen leider sehr viele Menschen in unserem
christlichen Abendland. Sie suchen nach der Wahrheit in anderen Religionen,
manche kehren sogar wieder zu ihren heidnischen Wurzeln zurück. Dabei
sagt es schon das Sprichwort: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das
Glück doch liegt so nah?“.
Glück und die Gebote Gottes, das passt für viele gar nicht zusammen. Lieber
ist man seines eigenen Glückes Schmied. Was wollen uns denn Worte aus
einem alten, verstaubten Buch heute noch sagen?
Wie anders klingt das, was Mose schreibt. Liebevoll spricht er von dem Wort
Gottes, nicht von Geboten und Gesetzen. Das Wort Gottes – das meint nicht
nur sein Reden zu uns, sondern sein ganzes Wesen.
Und wenn Mose sagt, das Wort Gottes sei uns ganz nahe, dann wird hier
etwas von der Sehnsucht Gottes deutlich, der uns nahe sein will, mit uns in
Beziehung leben will.
Dass uns das Wort Gottes nahekommen kann, wird im Leben eines
gläubigen Juden noch heute sehr anschaulich. Die Worte der Thora liegen
tatsächlich auf seinen Lippen, denn er lernt sie auswendig und spricht sie
immer wieder liebevoll aus. Das Wort Gottes befindet sich nicht nur in seinem
Verstand, sondern vor allem in seinem Herzen. Es durchdringt sein ganzes
Leben und prägt sein Denken, seine Entscheidungen und sein Tun.
Dabei geht es jedoch nicht um einen „technischen“ Gehorsam. Es geht um
Liebe und Beziehung. Wir brauchen nur einmal in den 119. Psalm
hineinlesen, um zu verstehen, wie wichtig dem Dichter die Thora ist: „Wie
sehr liebe ich doch dein Gesetz (Wort)! Den ganzen Tag denke ich darüber
nach (Psalm 119:97).
Auch für uns Christen gilt: Wir leben nicht durch das „technische“ Befolgen
der Gebote Gottes, sondern aus der Beziehung zu Gott. Und wenn Christus,
das lebendige Wort Gottes, in uns lebt, wenn sein Heiliger Geist unsere
Gedanken und Gefühle durchdringt, beten wir: „Dein Wille geschehe!“
Und weil wir in dieser Liebensbeziehung zu Gott leben, sind seine Gebote
auch nicht schwer zu halten. Wir müssen keine Angst haben, Fehler zu
machen, denn wir sind und bleiben Gottes geliebte Kinder.
Euer Viktor Petkau